Cloud Computing - Die Zukunft steht in den Wolken
Arbeit im Wandel

Cloud Computing – Die Zukunft steht in den Wolken

0 79

Cloud Computing ist schon längst auch in Deutschland angekommen. Was bedeutet dies für Unternehmen und Mitarbeiter, gerade zu Zeiten, in denen Datenskandale und IT-Sicherheitslücken häufig in den Schlagzeilen stehen?

Was versteht man unter Cloud Computing?

Im Kern beschreibt dieses Modell die Auslagerung von IT-Diensten an externe Dienstleister. Neben Speicherkapazitäten bieten diese auch Mehrwertleistungen wie Sicherheitspakete oder komplette Softwarelösungen. Programme, zum Beispiel zur Kundenverwaltung oder Textverarbeitung, laufen dann nicht mehr auf dem eigenen Rechner, sondern auf den Servern des Dienstleisters.

Im Gegensatz zu bisherigen Outsourcing-Modellen bietet Cloud Computing eine elastische Skalierung der Ressourcen und Dienste je nach Bedarf sowie die Abrechnung auf Basis der tatsächlichen Nutzung.

Was bedeuten Public, Private und Hybrid Cloud?

Beim Cloud Computing unterscheidet man verschiedene Bereitstellungsmodelle:

Die Public Cloud ist offen für jeden. Anbieter stellen Rechenkapazität, Software und andere Dienstleistungsangebote über das Internet bereit und Unternehmen greifen von überall darauf zu. Firmen, die IT aus der Public Cloud beziehen, sind deutlich flexibler und können teilweise auf große Hard- und Softwareanschaffungen verzichten. Zudem stehen immer die aktuellsten Softwareversionen zur Verfügung. Da bei dieser öffentlichen Variante des Cloud Computing der Dienstleister die Daten und Services von allen Kunden auf derselben, standardisierten Infrastruktur hostet, ist diese besonders günstig. Bekannte Anbieter in diesem Bereich sind zum Beispiel Dropbox, Google Drive und iCloud. Die weltweite Verfügbarkeit der Daten bringt natürlich ein gewisses Sicherheitsrisiko mit sich. Diese verlassen den eigenen Herrschaftsbereich und es ist ungewiss, wo sie gespeichert werden.

Aus Sicherheitsgründen ziehen viele Unternehmen es daher weiterhin vor, ihre IT-Dienste selbst zu betreiben und lediglich unternehmensintern zugänglich zu machen. Bei dieser Private Cloud Lösung liegen die Daten oder Anwendungen auf Servern, die das Unternehmen selbst betreibt oder durch ein Unternehmen, das Private Cloud Services anbietet, betreuen lässt. Mobil sind gespeicherte Daten nicht verfügbar. Beispiele sind Filetransporter oder ownCloud.

Die Hybrid Cloud ist eine Mischung aus beiden Elementen. Sensible Anwendungen und Daten bleiben im firmeninternen Netzwerk, werden von dort aus betrieben sowie verarbeitet und sind sicher vor Fremdzugriffen. Andere Daten, die auch mobil bzw. extern verfügbar sein müssen, werden zu öffentlichen Anbietern, mit Zugriff über das Internet, ausgelagert. Im Vorfeld sollten Daten im Unternehmen jedoch sauber klassifiziert und datenschutzkritisch bewertet werden.

Welche verschiedenen Servicemodelle werden im Cloud Computing angeboten?

Bei Infrastructure as a Service (IaaS) werden Rechenleistung und Datenspeicher angeboten. Darauf baut ein Cloud-Kunde eigene Services zur internen und externen Nutzung auf. Der Kunde hat die volle Kontrolle über das IT-System. Gerade Startups können auf diese Weise schnell und unkompliziert ihre Website aufbauen und bei Bedarf die Kapazitäten anpassen.

Bei Platform as a Service (PaaS) stellt der Provider eine komplette Infrastruktur bereit. Dies erleichtert die Programmierung und der Kunde selbst muss keine spezielle Hardware aufstellen. Er hat somit keine Kontrolle über Betriebssystem oder Hardware, sondern nur noch über seine Anwendungen, die auf der Plattform laufen.

Software as a Service (SaaS) bedeutet, dass dem Angebotsspektrum keine Grenzen gesetzt sind und kann, zum Beispiel, Finanzbuchhaltung oder Kontaktdatenmanagement beinhalten. Der Kunde übergibt sozusagen die ganze Kontrolle über seine Anwendungen an den Cloud Service Provider ab.

Vorteile von Managed Cloud Services

Jede Form von Cloud Computing muss in irgendeiner Form von jemandem verwaltet werden. Bei einer Managed Cloud übernimmt der Dienstleister einen Großteil oder sogar alle anfallenden Aufgaben. Unternehmen können sich somit mehr auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und müssen nicht zusätzliche Belastungen auf sich nehmen, die dem Kerngeschäft keinen Mehrwert schaffen.

Herkömmliche Cloud-Modelle können Unternehmen viel Zeit, Geld und Ressourcen kosten. Beim Managed-Cloud-Modell werden Unternehmen, ihren Bedürfnissen entsprechend, alle verfügbaren Technologien zu einem kalkulierbaren Preis zur Verfügung gestellt. Mitarbeiter sind zufriedener und produktiver, wenn sie benötigte IT-Tools nahezu in Echtzeit und auf offiziellem Weg erhalten. Je nach Service-Level-Agreement liegt auch die Verantwortung, einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten, beim Managed Cloud Anbieter. Dieser kümmert sich zum Beispiel auch um Disaster Recovery und andere Lösungen im Notfall.

Sowohl bei Managed-Cloud- als auch bei Hybrid-Lösungen sind Kapazitäten und Funktionalität skalierbar, um sich in wettbewerbsintensiven Märkten flexibel und erfolgreich anpassen zu können. Neben Kosteneinsparungen profitieren Unternehmen zudem von einer schnelleren Time-to-Market, stärkerer Wettbewerbsfähigkeit, schnellere Anpassungsfähigkeit der IT-Services und höherer Mitarbeiterzufriedenheit.

Datensicherheit – Entscheidungskriterium Nummer 1

Aus dem großen Angebot an Cloud-Diensten die richtigen auszuwählen ist für viele Unternehmen eine große Herausforderung. Die wichtigsten Entscheidungskriterien sind hierbei die Aspekte Informationssicherheit, Compliance, Server-Standort und Vertrauenswürdigkeit des Anbieters.

Sicherheitsbedenken sind allerdings berechtigt. Laut einer aktuellen Studie von Skyhigh Networks in Bezug auf Sicherheit, Vertrauenswürdigkeit und Risikopotenzial von über 12.000 Cloud-Diensten, genügen nur 7 Prozent der angebotenen Services den Anforderungen der IT-Verantwortlichen. Neben zahlreichen Sicherheitskriterien gehört auch dazu, wo der Unternehmenssitz liegt oder wie mit dem geistigen Eigentum der Daten umgegangen wird.

Um die Themen Sicherheit und Mitarbeiterproduktivität in Einklang zu bringen, muss und sollte die Cloud-Nutzung natürlich nicht komplett blockiert werden. Hochriskante Dienste, die zum Beispiel Daten in asiatischen Ländern mit schwachen Datenschutzgesetzen speichern, sollten zwar konsequent gesperrt werden, darüber hinaus müssen jedoch vielmehr interne Regeln die Mitarbeiter für mögliche Risiken und das Gefährdungspotenzial durch gedankenlos ausgewählte Cloud-Dienste sensibilisieren.

Maßnahmen wie automatische Datenverschlüsselung oder kontextbasierte Zugangskontrolle zu bestimmten Diensten können ebenfalls vor Datenverlust und Hacks schützen.

Fazit

Die Serviceorientierung der IT nimmt weiterhin zu und der Trend geht immer mehr hin zu Managed-Cloud-Lösungen, wo von Cloud Service Providern nicht nur Betriebsabläufe rund um die Uhr betreut und die gesamte Infrastruktur überwacht und optimiert wird, sondern auch für Datensicherheit und das Ermitteln und Verhindern von Bedrohungen gesorgt wird.

Im Zuge der Digitalisierung ist ein Umstieg auf die Cloud mit einem nachhaltigen Nutzen verbunden und kann Geschäftsprozesse auf eine ganz andere Ebene bringen. Erst die Integration von Cloud-Lösungen in den Unternehmensalltag ermöglicht beispielsweise die, sich zunehmender Beliebtheit erfreuenden, flexiblen Arbeitsmodelle.

Cloud-Dienste sind aus unserem Privat- und Berufsleben kaum mehr wegzudenken. Kosten lassen sich optimieren und der Zugriff auf Informationen und Daten deutlich verbessern. Zwangsläufig werden Mitarbeiter unbewusst oder auch gezielt auf Cloud Services zurückgreifen. Daher sollten IT-Verantwortliche unter Berücksichtigung der Unternehmensziele, Datensicherheit sowie Kosten- und Nutzenfaktoren versuchen eine für das Unternehmen optimale Lösung finden. Um hierbei die richtige Wahl zu treffen, sollten diese am Besten auf die Expertise erfahrener Cloud-Spezialisten vertrauen.

Leave a reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *