Beantragung der Elternzeit
Organisation

Elternzeit – Was Sie als Chef wissen sollten

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Das Thema Elternzeit ist aus Sicht der Arbeitgeber sehr komplex. Deshalb haben wir die wichtigsten Regelungen des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes (BEEG) übersichtlich für Sie zusammengefasst.

Anspruch auf Elternzeit

Das Recht auf Elternzeit haben alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mit einem Kind im gleichen Haushalt leben und es betreuen und erziehen. Das gilt sowohl für eigene, als auch für Adoptivkinder. Genauso gilt diese Regelung auch für Auszubildende und geringfügig Beschäftigte.

Dabei können Mütter und Väter selbst entscheiden, wie sie die Auszeit unter sich aufteilen. Ob ein Elternteil allein oder beide gemeinsam – das spielt keine Rolle, solange die Höchstdauer nicht überschritten wird.

Dauer und Fristen

Bis zum vollendeten dritten Lebensjahr bleibt der Anspruch auf Elternzeit bestehen. Doch 24 Monate von insgesamt drei möglichen Jahren können Angestellte noch zwischen dem dritten und dem neunten Geburtstag beanspruchen.

Bei entbindenden Müttern beginnt die Babypause frühestens nach Ablauf des Mutterschutzes. Ihre Partner oder auch Adoptiveltern können direkt mit dem Tag der Geburt beginnen.

Beantragung der Elternzeit

Dazu müssen Ihre Angestellten die Elternzeit mindestens sieben Wochen vor Beginn schriftlich beantragen. In Ausnahmesituationen wie Frühgeburten oder kurzfristiger Adoption ist jedoch auch eine kürzere Frist möglich. Bei Betreuungszeit für ein drei- bis achtjähriges Kind verlängert sich die Frist allerdings auf 13 Wochen.

Bei der Beantragung müssen Ihre Mitarbeiter bereits bekannt geben, für welche Zeiten innerhalb von 24 Monaten die Pause genommen wird. Manchmal kommt es jedoch vor, dass Angestellte die Elternzeit noch verlängern müssen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn kein Kita-Platz gleichzeitig frei wird. In diesem Fall muss die Verlängerung erneut sieben Wochen vor der ursprünglichen Rückkehr in den Betrieb schriftlich beantragt werden. Eine Erweiterung des Zeitraums bedarf dann der Zustimmung dieses Antrags durch den Chef.

Der Antrag auf Elternzeit sollte Folgendes enthalten:

  • Beginn und Ende der Elternzeit
  • Aufteilung – d. h. bestimmte Kalendermonate innerhalb dieser Zeit, wenn der Arbeitnehmer keinen zusammenhängenden Zeitraum beansprucht
  • Formalia wie Datum, Ort und Unterschrift

Bei mehreren Kindern

Wird eine Mutter in der Elternzeit wieder schwanger, hat sie auch für das Geschwisterkind den regulären Anspruch auf drei Jahre. Liegt der Entbindungstermin des zweiten Kindes in der Babypause vom ersten Kind, kann diese mit Zustimmung des Arbeitgebers verkürzt werden.

Einer solchen Bestätigung braucht es wiederum nicht, wenn der Mutterschutz für das Baby das Ende der Elternzeit für das ältere Kind einläutet.

Teilzeitbeschäftigung

Während viele Mütter und Väter während der Elternzeit komplett zu Hause bleiben, wollen andere zum Teil weiter arbeiten. Auch diese Möglichkeit ist gesetzlich geregelt. So dürfen die Eltern maximal 30 Stunden pro Woche während der Babypause arbeiten.

Dazu braucht es erneut eines schriftlichen Antrags. Innerhalb von vier Wochen sollen Angestellte und Vorgesetzter dann eine Einigung erzielen.

Der Antrag auf Teilzeitarbeit während der Elternzeit sollte Folgendes enthalten:

  • Beginn der Teilzeitbeschäftigung
  • Umfang der Arbeitszeit (Wochenstunden)
  • gewünschte Verteilung der Arbeitszeit (Wochentage, Uhrzeiten)
  • Formalia wie Datum, Ort und Unterschrift

Lehnt der Arbeitgeber diesen Antrag nicht binnen vier Wochen schriftlich ab, gilt er als angenommen und die Arbeitszeiten müssen entsprechend den Wünschen aus dem Antrag umgesetzt werden.

Urlaubsanspruch

Auch während der Auszeit besteht der Anspruch Ihrer Angestellten auf Urlaub weiterhin. Jedoch dürfen Sie den Jahresurlaub rechtmäßig um ein Zwölftel je Kalendermonat kürzen, wenn der Vater oder die Mutter nicht in Teilzeit für Sie arbeitet.

Ein frühes Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft kann dazu führen, dass die Arbeitnehmerin den ihr zustehenden Urlaub nicht mehr aufbrauchen kann. Somit müssen Sie ihr den Resturlaub nach der Elternzeit gewähren. Endet das Arbeitsverhältnis jedoch mit dem Ablauf der Babypause, werden die restlichen Urlaubstage entsprechend abgegolten.

Kündigungsschutz

Junge Eltern genießen einen besonderen Kündigungsschutz. Ab dem Eingang des Antrags auf Elternzeit, jedoch frühestens acht Wochen vor deren Beginn, tritt er in Kraft. Das gilt auch für Angestellte, die in Teilzeit weiter arbeiten wollen.

Wollen Sie das Beschäftigungsverhältnis zum Ende der Elternpause kündigen, müssen Sie dafür eine verlängerte Frist von drei Monaten einhalten und den Eltern muss die bereits genommene Zeit bescheinigen. Wenn diese im neuen Betrieb Elternzeit beantragen, muss dieser Beleg dem neuen Arbeitgeber auf Verlangen vorgelegt werden.

Rückkehr aus der Elternzeit

Nach der Babypause dürfen Eltern wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Genauere Details hängen jedoch vom Arbeitsvertrag und der dort enthaltenen Stellenbeschreibung ab. Ist dort eine zulässige Umsetzung verankert, müssen Sie Ihren Angestellten einen gleichwertigen Arbeitsplatz bei gleichem Lohn zugestehen.

Kosten für den Arbeitgeber

Während der Elternzeit ruht nicht nur die Arbeitsleistung der Mütter und Väter, es erfolgt auch keine Lohnfortzahlung. Lediglich die Anteile zur betrieblichen Altersvorsorge müssen weiterhin von der Firma geleistet werden.

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