Mobbing am Arbeitsplatz: die große Gefahr
Gesund im Job

Mobbing am Arbeitsplatz: die große Gefahr

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Mobbing am Arbeitsplatz kann für die Betroffenen zur Hölle werden. Aber wo fängt Mobbing an, und wie können Sie sich wehren?

Mobbing ist weit verbreitet

Am Arbeitsplatz wird es immer Konflikte geben. Das ist unausweichlich, wenn unterschiedliche Menschen dauerhaft miteinander leben und arbeiten müssen. Allerdings ist nicht jeder Konflikt auf Arbeit gleich Mobbing. So ist es zwar sehr unhöflich, einen Kollegen nicht zu grüßen, aber Mobbing ist es in der Regel nicht.

Für Mobbing existieren verschiedene Definitionen. Der Mobbingexperte Dieter Schlund definiert im Spiegel Mobbing folgendermaßen: „Mobbinghandlungen sind feindliche Angriffe gegen eine oder mehrere Personen, die systematisch und über einen längeren Zeitraum ausgeübt werden, mit dem Ziel, die Betroffenen zu demütigen oder auszugrenzen.“ Trotzdem ist Mobbing alles andere als ein Randphänomen. Eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) geht davon aus, dass jeder Neunte im erwerbsfähigen Alter schon einmal gemobbt wurde. Dass Mobbing nur bestimmte Menschen trifft, ist ein Mythos, jeder kann zum Opfer werden. Und jeder kann auch zum Täter werden. Oft ist der Chef beteiligt, entweder aktiv oder indem er die Augen verschließt. In diesen Fällen ist von „Bossing“ die Rede. Die Zahlen des BAuA gehen davon aus, dass dies in 50 Prozent der Fälle so ist. Wenn Mitarbeiter ihren Vorgesetzten mobben, wird vom „Staffing“ gesprochen.

Loose-Loose-Situation

Ganz unabhängig von den Täter-Opfer-Verhältnissen ist Mobbing immer schlecht für alle Beteiligten. Die Opfer werden häufiger krank. Durch den Stress kann es beispielsweise zu Unruhe, Angstgefühlen und Depressionen aber auch zu psychosomatischen Erkrankungen wie Kopfschmerzen und Tinnitus kommen. Als Folgeschäden drohen sogar Suchterkrankungen und Herzinfarkte.

Auch für den Arbeitgeber ist Mobbing schädlich. Nicht nur, dass solches Verhalten das Betriebsklima nachhaltig negativ beeinflusst, die Folgen spiegeln sich auch in den Zahlen des Unternehmens wieder. Denn letztlich müssen die Fehlzeiten durch andere Mitarbeiter oder Aushilfskräfte ausgeglichen werden. Wenn der gemobbte Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, fließt gleichzeitig Know-How unwiederbringlich ab. Zudem können Mobbingfälle an die Öffentlichkeit gelangen und so ein Imageverlust für das Unternehmen entstehen.

Gegen Mobbing vorgehen

Im Sinne der Fürsorgepflicht sollten Arbeitgeber auch gegen Mobbing vorgehen. Unternehmer müssen Arbeitsbedingungen schaffen, die Beschäftigte vor gesundheitlichen Gefahren schützen. Zunächst bieten sich dafür präventive Maßnahmen an. Dazu gehören beispielsweise spezielle Schulungen zu den Themen Mobbing, Mitarbeitermotivation und Führungsverhalten ebenso wie die Einrichtung eines Beschwerdesystems oder die Bestellung eines Mobbingbeauftragten. Diese Maßnahmen können von arbeitsorganisatorischen Maßnahmen begleitet werden. Dazu gehört es, Betriebsentscheidungen transparent an die Mitarbeiter zu kommunizieren, da auch Veränderungen Mobbing begünstigen können. Ein weiterer Schritt ist, Routineaufgaben auf mehrere Mitarbeiter zu verteilen. Als letztes Mittel bleibt dem Arbeitgeber der Einsatz von arbeitsrechtlichen Konsequenzen wie Abmahnung und Kündigung.

Natürlich können und sollten die Betroffenen auch selbst aktiv werden, um aus der Opferrolle auszubrechen. In einem ersten Schritt könnten Sie eine Aussprache mit dem Täter versuchen. Wenn das nicht funktioniert, holen Sie sich Unterstützung von Verbündeten im Unternehmen. So wird das Mobbing sichtbar und Sie gewinnen Zeugen. Daneben ist es auch sinnvoll, sich an weitere Stellen im Unternehmen und außerhalb des Unternehmens zu richten. Das können der Betriebsrat, Gewerkschaften, die Geschäftsführung oder auch Rechtsanwälte sein. Wenn das Mobbing überhandnimmt, kommen auch eine Kündigung sowie eine Klage auf Schmerzensgeld in Betracht. Für beides sollten die Vorfälle aber genau dokumentiert und nachgewiesen werden. Sonst kann es beim ALG I zu einer Sperre und beim Gericht zu einer Ablehnung der Klage kommen.

Null Toleranz für Mobbing-Dieter

Mobbing bleibt leider ein aktuelles Thema und wird nicht von alleine verschwinden. Letztlich schadet es aber allen Beteiligten. Daher sollten Unternehmen, Betroffene und auch die Nichtbetroffenen aktiv gegen Mobbing vorgehen und dafür keine Toleranz entwickeln.

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