Think global – Internationale Austauschprogramme bereichern das ganze Unternehmen
Mitarbeiterführung

Think global – Internationale Austauschprogramme bereichern das ganze Unternehmen

0 66

Ein Auslandsaufenthalt sieht nicht nur gut im Lebenslauf aus, er verhilft jungen Menschen auch zur Selbständigkeit und Ausbildung sozialer Kompetenzen. Darum setzen immer mehr Firmen auf interkulturelle Austauschprogramme.

Globale Netzwerke und Handelspartner

Durch die Globalisierung verschwinden Ländergrenzen immer mehr – zumindest in den Köpfen. Das merken vor allem Mitarbeiter international agierender Firmen. In bestimmten Geschäftszweigen, wie der IT-Branche, sind die Mitarbeiter oft über den ganzen Erdball miteinander vernetzt. Da sind nicht nur Sprachkenntnisse, sondern auch interkulturelles Fingerspitzengefühl gefragt.

Ähnliches gilt für Produktionsfirmen, die Herstellungsschritte in verschiedene Länder ausgelagert haben. Hier sind es vor allem die Führungskräfte, von denen ein Bewusstsein für kulturelle Besonderheiten und entsprechendes Verhandlungsgeschick verlangt wird.

Auslandserfahrung – Das Ass im Ärmel

Darum gilt ein Auslandsaufenthalt mittlerweile als wichtige Stufe der Karriereleiter. Wer schon viel in seinem Arbeitsleben herumgekommen ist, hat bei Vorstellungsgesprächen für eine Stelle mit interkulturellem Anspruch bessere Karten als die Konkurrenz.

Doch auch bereits angestellte Mitarbeiter können vom Firmenchef noch zum Global Player ausgebildet werden. Dafür bieten viele Konzerne sogenannte „International Staff Exchange“-Programme an. Führungsnachwuchskräfte werden so ganz gezielt auf ihren Einsatz in einem weltweit agierenden Unternehmen vorbereitet.

Kompetenzen verbessern durch einen Aufenthalt in fremden Kulturkreisen

Die Vorteile für den Angestellten liegen ganz klar auf der Hand. Dabei steht nicht nur der Spracherwerb im Vordergrund. Vor allem kann er seinen Erfahrungsschatz erweitern und sein Know-How verbessern.  Gleichzeitig stellt er sein Können auf den Prüfstand: Wer aus festgefahrenen Mustern ausbricht, merkt schnell, wo noch Verbesserungspotenzial schlummert.

Bekommt der Mitarbeiter frischen Wind um die Nase, wirkt sich das auch auf seine Kreativität aus. Vielleicht bekommt er beim Auslandsaufenthalt DIE zündende Idee zur Neustrukturierung der heimischen Filiale. Und nicht zuletzt sammelt die Führungskraft von Morgen viele Soft Sills. Sich in einem fremden Land zu integrieren und gleichzeitig zu behaupten, schult neben der Kommunikationsfähigkeit und Toleranz für das Gegenüber auch sein Durchsetzungsvermögen. Nicht zuletzt wird der Mitarbeiter sich verstärkt mit den Werten des Unternehmens identifizieren, denn er vertritt die Firma am neuen Arbeitsort.

Viele Angebote werden nicht wahrgenommen

Im Jahr 2007 zeigte eine Studie des „International Executive Panels“ (IEP) zeigen, wie wichtig deutschen Führungskräften die Teilnahme an Auslandaufenthalten ist. Mit knapp vierzig Prozent sind sie nach den Faktoren Berufserfahrung und Elternhaus für die befragten deutschen Unternehmer die drittwichtigsten Bildungserlebnisse. Kein Wunder, sind die Deutschen laut der IEP-Umfrage doch weitaus besser aufgestellt, was Führungskräfteseminare oder internationale Austauschprogramme betrifft, als ausländische Firmen. Doch trotz des vielfältigen Angebots nahmen nur wenige Führungskräfte diese Angebote auch wahr.

Internationale Beziehungen bestimmen den Wunsch nach einem Auslandsaufenthalt

Und heute? Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag veröffentlichte in März diesen Jahres die Studie „Going International.“ Dazu wurden 2.000 weltweit agierende Betriebe mit Sitz in Deutschland um ihre Einschätzung der momentanen wirtschaftlichen Lage gebeten.

Dabei zeichnete sich ein klares Bild ab: Europa und Nordamerika bieten den Exporteuren zwar nach wie vor stabile Märkte, doch in anderen Ländern sind die Sorgen groß. Ob Schwellenländer wie Russland, Ukraine oder sogar Brasilien – immer mehr Länder versperren den Zugang zu ihren Märkten.

Dies wirkt sich auch negativ auf die Austauschprogramme aus. Schreckten Angestellte früher eher wegen privater Gründe – wie Trennung von der Familie oder Defizite in der Landessprache – vor einem Auslandsaufenthalt zurück, so sind es heute internationale Konflikte und schwierige Wirtschaftsbeziehungen, die einen Einsatz auf einem anderen Kontinent erschweren.

Die Firmen müssen Anreize schaffen

Für Unternehmen ist es daher umso wichtiger, ihren Führungsnachwuchskräften den Aufenthalt in einem fremden Land so lukrativ wie möglich zu gestalten. Dazu gehört neben der Bereitstellung einer Wohnmöglichkeit auch ein Tutorenprogramm vor Ort, damit der Neuzugang sich auch in der Fremde bald wie Zuhause fühlt.

So kann die Unternehmensführung vom neu gewonnen Know-How des Mitarbeiters profitieren. Außerdem verbessert sich neben dem Betriebsklima auch die Effizienz der Prozesse. So profitiert die ganze Firma vom Auslandsaufenthalt des Kollegen.

Leave a reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *