Der Betriebsrat im Büro der Zukunft
Arbeit im Wandel

Veränderungen für den Betriebsrat im Büro der Zukunft

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Der Betriebsrat ist ein wichtiger Bestandteil der Mitarbeitervertretung in Unternehmen, er ist die Interessenvertretung der Arbeitnehmer im Betrieb.

Wann ist ein Betriebsrat nötig?

Grundsätzlich sind Betriebsräte nicht unbedingt nötig und auch rechtlich nicht bindend vorgeschrieben. Wenn die Zusammenarbeit zwischen Chefetage und Angestellten reibungslos verläuft, und die beiden Parteien sich vernünftig austauschen können, muss nicht zwingend ein Betriebsrat zwischengeschaltet werden.

Anders sieht es vor allem bei großen Betrieben oder gar Konzernen aus, wo auch Gewerkschaften mitreden wollen. Sehr vereinfacht gesagt ist – neben seinen vielen internen Aufgaben – der Betriebsrat dann ein wichtiges Bindeglied zwischen Betriebsführung, Belegschaft und Gewerkschaft. Der Einfluss des Betriebsrates ist dort bedeutend, wo es um Maßnahmen geht, die sich auf die ganze Belegschaft auswirken.

Ein Betriebsrat kann in jedem Betrieb ab mindestens fünf Beschäftigten (einschl. Auszubildende, Aushilfen usw.) gewählt werden. Die Betriebsratswahl darf vom Arbeitgeber nicht behindert oder verboten werden. Auch eine Kündigung von Arbeitnehmer/innen, die einen Betriebsrat gründen wollen, ist rechtsunwirksam. Vielmehr genießen die Mitglieder des Wahlvorstandes einen besonderen Kündigungsschutz.

Heutige Herausforderungen im Hinblick auf Homeoffice und Auslandsarbeit

Sowie ein Betriebsrat installiert ist, können sich die Angestellten z. B. bei innerbetrieblichen Problemen statt direkt an die Firmenleitung erst einmal an den Betriebsrat wenden. Dies hat den Vorteil, dass Lösungen vorab innerhalb der Belegschaft erarbeitet werden können, bevor der Betriebsrat sie an die Chefetage weitergibt. Dies schützt auch den Initiator vor eventuellen Repressalien.

Es spielt aber keine Rolle, wo sich der Betroffene befindet. Ob in der Firma selbst oder in einem Raum in den eigenen vier Wänden – es gelten überall die gleichen arbeitsrechtlichen Voraussetzungen, bei denen auch ein vorhandener Betriebsrat involviert ist. Hierbei geht es zum Beispiel um die Kontrolle zur Einhaltung von Arbeits- und Ruhezeiten.

Alles Weitere, was zum Beispiel den Betrieb des Homeoffices betrifft, regeln angepasste Arbeitsverträge. Wer wann dem Mitarbeiter fachgerecht den Platz zuhause einrichtet, welche Software eingesetzt wird oder was überhaupt in Telearbeit möglich ist. Es könnte ja auch ein Außendienstmitarbeiter sein, der bis auf wenige vereinbarte Besprechungen in der Firma oder mit seinem Team grundsätzlich von zu Hause arbeitet.

All dies hat im Grunde genommen keinerlei Auswirkungen auf die Arbeit des Betriebsrates. Die heutigen technischen Möglichkeiten bieten alle Formen von Kommunikation und Datenaustausch, die zwischen den einzelnen Parteien stattfinden können. Daher ist es letztlich wirklich egal, ob der Mitarbeiter in der Firma direkt, in seiner Wohnung drei Straßen weiter oder in Timbuktu sitzt.

Betriebsrat der Zukunft

Ob sich etwas explizit für Betriebsräte in der Zukunft ändern wird, können wir aktuell noch nicht absehen. Schon immer gab es Vertreter, Montage und andere Außendienstmitarbeiter, die genauso betreut sein wollen, selbst wenn sie nicht direkt in der Firma anwesend sind. Sei es nur tageweise oder über längere Zeiträume hinweg.

Selbstverständlich werden sich jedoch die Möglichkeiten mit den heutigen elektronischen Hilfsmitteln wandeln. Es gibt bereits spezielle Apps für Betriebsräte und Mitarbeiterführung. Diese werden auch mehr und mehr im Zusammenspiel zwischen den einzelnen Bereichen in einer Firma eingesetzt werden. Aber das sind nur Kommunikations- und Organisationstools, die sich ändern. An den Aufgaben und der Arbeit des Betriebsrats selbst wird sich nichts Grundlegendes ändern, solange vom Gesetzgeber in Zukunft hier keine Eingriffe vorgenommen werden.

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